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Wiesngrippe: Symptome, Ursachen und was dahintersteckt

Wiesngrippe: Symptome, Ursachen und was dahintersteckt

Jedes Jahr im September strömen Millionen Menschen zum Oktoberfest. Volle Festzelte, kurze Nächte und zahlreiche enge Kontakte gehören für viele zur Wiesn dazu – und nicht selten folgen darauf Schnupfen, Halsschmerzen oder Husten. Im Volksmund hat sich dafür ein eigener Begriff etabliert: die „Wiesngrippe". Doch was steckt tatsächlich dahinter – und hat sie überhaupt etwas mit einer echten Grippe zu tun?

Was ist die Wiesngrippe?

Schnupfen, Halsschmerzen oder Husten nach dem Oktoberfest? Schnell fällt dann der Begriff "Wiesengrippe". Medizinisch gibt es diese Erkrankung allerdings nicht. Der Begriff beschreibt vielmehr Atemwegsinfekte, die während und nach der Wiesn gehäuft auftreten können.

Mit einer echten Grippe, also einer Infektion mit Influenzaviren, hat die Wiesngrippe tatsächlich häufig wenig zu tun. Das zeigen auch die Daten des Robert Koch-Instituts: Anfang Oktober 2025 dominierten bei akuten Atemwegserkrankungen vor allem Rhinoviren, SARS-CoV-2 und Parainfluenzaviren. Die eigentliche Grippewelle begann erst Ende November.

Was steckt hinter der Wiesengrippe?

Hinter der sogenannten Wiesengrippe können verschiedene Atemwegsinfektionen stecken. Welche davon tatsächlich für deine Beschwerden verantwortlich ist, lässt sich anhand der Symptome allein nicht immer sicher feststellen. Zu den möglichen Ursachen für typische Atemwegsbeschwerden rund um die Wiesn zählen unter anderem:

Erkältung: Häufig sind Erkältungsviren wie Rhinoviren beteiligt. Typische Beschwerden können Schnupfen, Halsschmerzen und Husten sein.

COVID-19: Auch SARS-CoV-2 zirkuliert weiterhin und kann Beschwerden verursachen, die denen anderer Atemwegsinfektionen ähneln.

Influenza: Eine Infektion mit Influenzaviren ist ebenfalls möglich. Während der Wiesn-Zeit spielt Influenza im Vergleich zu anderen Atemwegsviren jedoch meist noch eine untergeordnete Rolle.

Die Bezeichnung „Wiesengrippe" lässt daher keine Rückschlüsse auf einen bestimmten Erreger oder eine bestimmte Erkrankung zu.

Warum sind nach dem Oktoberfest viele Menschen krank?

Millionen Besucher, volle Festzelte, kurze Nächte, Alkohol: Auf der Wiesn kommen mehrere Faktoren zusammen, die für die Übertragung von Erregern und die Immunfunktion eine Rolle spielen können. Wie gut diese Zusammenhänge wissenschaftlich belegt sind, ist allerdings unterschiedlich.

Viele Menschen, viele Erreger:

Wo viele Menschen auf engem Raum zusammenkommen, steigen auch die Kontakte mit Atemwegserregern. In den Festzelten kommt lautes Sprechen und Singen dazu – dabei werden vermehrt Tröpfchen und Aerosole freigesetzt, über die sich Viren verbreiten. Das gilt unabhängig davon, ob am Ende ein Rhinovirus, SARS-CoV-2 oder ein anderer Erreger dahintersteckt.

Wenig Schlaf: Was passiert mit dem Immunsystem?

Schlaf ist keine passive Ruhephase, sondern aktive Regenerationszeit für dein Immunsystem. Wie stark sich das auswirkt, zeigte eine Studie von Cohen et al. (2009): Gesunde Probanden wurden gezielt einem Rhinovirus ausgesetzt. Wer zuvor weniger als sieben Stunden pro Nacht geschlafen hatte, erkrankte danach deutlich häufiger als Personen mit mindestens acht Stunden Schlaf. Weitere Studien bestätigen diesen Zusammenhang. Welche Rolle Schlaf darüber hinaus für deine Gesundheit und Langlebigkeit spielt und wie du deinen Schlaf verbessern kannst, erfährst du in unserem ausführlichen Artikel.

Alkohol & das Immunsystem:

Auch Alkohol wirkt sich messbar auf dein Immunsystem aus. Mehrere Studien zeigen, dass sich nach akutem Alkoholkonsum bestimmte Immunzellen (Monozyten) und ihre Reaktionsfähigkeit verändern – teils noch 24 bis 48 Stunden später. Das heißt aber nicht automatisch, dass du dich dadurch leichter ansteckst: Die Studien zeigen Effekte auf einzelne Immunzellen, aber keinen direkten Nachweis für ein höheres Infektionsrisiko im Alltag.

Nährstoffstatus und das Immunsystem

Auch bestimmte Mikronährstoffe sind für die normale Funktion des Immunsystems relevant. Dazu gehören unter anderem Vitamin D und Zink – für beide gibt es einen entsprechend zugelassenen Health Claim in der Europäischen Union.

  • Vitamin D: Vitamin D trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei.
  • Zink: Zink trägt ebenfalls zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei.

Wichtig dabei: Diese Nährstoffe tragen zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei. Das bedeutet jedoch nicht, dass eine zusätzliche Einnahme automatisch vor Erkältungen, Influenza, COVID-19 oder der sogenannten Wiesngrippe schützt.

Wiesngrippe nach dem Oktoberfest: Das steckt dahinter

Die Wiesngrippe ist keine eigene Erkrankung, sondern ein umgangssprachlicher Begriff für Atemwegsinfekte rund um die Oktoberfest-Zeit. Welcher Erreger tatsächlich hinter den Beschwerden steckt, kann unterschiedlich sein – und wie die RKI-Daten zeigen, handelt es sich keineswegs automatisch um eine echte Grippe. Viele Menschen auf engem Raum schaffen gute Bedingungen für die Übertragung von Atemwegserregern. Gleichzeitig zeigen Studien, dass auch Faktoren wie Schlaf und Alkohol Prozesse des Immunsystems beeinflussen können. Wie stark sich das auf dein persönliches Infektionsrisiko auswirkt, lässt sich jedoch nicht pauschal bestimmen.

Fonti

Grafiken: Die Bilder wurden unter der Lizenz von Canva erworben

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