Magnesiumchlorid ist eine der am häufigsten untersuchten Magnesiumverbindungen. Als essenzieller Mineralstoff ist Magnesium an zahlreichen physiologischen Prozessen in deinem Körper beteiligt. In diesem Artikel erfährst du auf Basis aktueller Daten, was Magnesiumchlorid auszeichnet und wie es sich zu anderen Magnesiumverbindungen wie Magnesium L-Threonat und Magnesiummalat unterscheidet.
Was ist Magnesiumchlorid?
Magnesiumchlorid (chemische Formel: MgCl₂) ist ein Salz, das überwiegend als Hexahydrat vorkommt. Es liegt als farblose, gut wasserlösliche Substanz vor und findet sich natürlicherweise unter anderem in Meerwasser, Salzseen sowie in bestimmten Salzlagerstätten wie Bischofit.
Zur Einordnung ist wichtig: Magnesiumchlorid bezeichnet eine konkrete Magnesiumverbindung. Der Begriff „Magnesium“ beschreibt hingegen das chemische Element selbst, das im Körper an zahlreichen physiologischen Prozessen beteiligt ist. Wenn du mehr über die grundlegende Bedeutung des Minerals erfahren möchtest, findest du weitere Informationen in unserem Basis-Artikel „Was ist Magnesium“.
Herkunft und Gewinnung von Magnesiumchlorid
Magnesiumchlorid stammt überwiegend aus natürlichen Quellen. Zu diesen zählen Meerwasser, salzhaltige Seen sowie unterirdische Salzlagerstätten. In der industriellen Gewinnung kommen meist Verdunstungsprozesse zum Einsatz, bei denen Meerwasser konzentriert und anschließend weiter aufbereitet wird.
Die Herkunft des Magnesiumchlorids spielt eine wichtige Rolle für die Reinheit und Qualität des Endprodukts. Für den Einsatz in Lebensmitteln oder Nahrungsergänzungsmitteln gelten daher hohe Anforderungen an Verarbeitung, Kontrolle und Qualitätsstandards, um mögliche Verunreinigungen zu vermeiden.
Magnesiumchlorid im Körper – physiologische Einordnung
Magnesiumchlorid liefert dem Körper Magnesium. Dieses Mineral unterstützt laut Europäischer Behörde für Lebensmittelsicherheit mehrere grundlegende physiologische Funktionen. Dazu zählen unter anderem:
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Muskelfunktion: Magnesium trägt zu einer normalen Muskelfunktion bei.
- Energiestoffwechsel: Magnesium unterstützt einen normalen Energiestoffwechsel.
- Nervensystem: Magnesium trägt zur normalen Funktion des Nervensystems bei.
- Elektrolytgleichgewicht: Magnesium unterstützt das Gleichgewicht der Elektrolyte im Körper.
Wichtig für die Einordnung: Magnesiumchlorid wirkt dabei nicht als eigenständiger Wirkstoff, sondern dient ausschließlich als Quelle für Magnesium. Das enthaltene Chlorid ist ebenfalls ein Elektrolyt und Bestandteil des Säure-Basen-Haushalts. Auch hier gilt: Die physiologischen Effekte ergeben sich aus dem Zusammenspiel verschiedener Mineralstoffe – nicht aus einer einzelnen Magnesiumverbindung.
Magnesium steht seit vielen Jahren im Fokus der wissenschaftlichen Forschung und wird in unterschiedlichen Kontexten untersucht. So zeigte beispielsweise eine randomisierte klinische Studie, dass eine tägliche Supplementierung mit Magnesiumchlorid bei Erwachsenen mit leichten bis moderaten depressiven Symptomen mit Veränderungen in bestimmten Fragebogenscores einherging. Auch mögliche Zusammenhänge zwischen dem Magnesiumstatus und Aspekten des Zuckerstoffwechsels werden aktuell in neueren klinischen Studien untersucht.
Anwendung von Magnesiumchlorid
Magnesiumchlorid wird nicht nur im Ernährungsbereich eingesetzt, sondern spielt auch in zahlreichen technischen und industriellen Anwendungen eine Rolle. Die folgende Tabelle gibt dir einen Überblick über ausgewählte Einsatzbereiche.
| Bereich | Nutzung von Magnesiumchlorid |
| Chemie / Labor | Weit verbreitetes Hilfsreagenz, unter anderem als Reagenz und Lewis-Säure-Katalysator in verschiedenen organischen Reaktionen |
| Baustoffe |
Bestandteil von Magnesium-Oxychlorid-Zement (Sorel-Zement), der sich durch hohe Frühfestigkeit und eine vergleichsweise geringe CO₂-Bilanz auszeichnet Winterdienst |
| Winterdienst | Einsatz als Auftausalz im Winterdienst (De-icing); senkt den Gefrierpunkt stärker als Natriumchlorid, kann jedoch Beton chemisch angreifen |
| Ernährung/Medizin | Verwendung als Magnesiumquelle in Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln; gut wasserlöslich und besser bioverfügbar als Magnesiumoxid (MgO) |
Magnesiumchlorid in Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln
In Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln dient Magnesiumchlorid als Quelle für Magnesium. Aufgrund seiner guten Wasserlöslichkeit lässt sich Magnesiumchlorid technisch gut verarbeiten. Häufig ist es Bestandteil in einem Magnesium-Komplex, der mehrere Magnesiumverbindungen kombiniert, um unterschiedliche Eigenschaften abzudecken und eine bessere Bioverfügbarkeit sicherzustellen.
Welche Magnesiumverbindung sinnvoll ist, hängt vom jeweiligen Produktkonzept, der Zusammensetzung und individuellen Faktoren ab – nicht von einer einzelnen Eigenschaft allein.
Kann Magnesiumchlorid über die Haut aufgenommen werden?
Magnesiumchlorid wird häufig als sogenanntes „Magnesiumöl“ zur Anwendung auf der Haut beworben. Wissenschaftlich ist dieser Ansatz bislang jedoch nicht eindeutig belegt. Zwar existieren Untersuchungen zur transdermalen Anwendung von Magnesium, die verfügbare Datenlage ist jedoch begrenzt und teilweise widersprüchlich.
Der aktuelle Forschungsstand zeigt: Die orale Aufnahme von Magnesium ist gut untersucht und etabliert. Aussagen zur Wirksamkeit einer transdermalen Anwendung sollten daher vorsichtig erfolgen und klar als Gegenstand aktueller Forschung eingeordnet werden.
Was unterscheidet Magnesiumchlorid von anderen Magnesiumverbindungen?
Dass es verschiedene Magnesiumverbindungen gibt, liegt an der chemischen Bindung des Magnesiums. Diese beeinflusst unter anderem Eigenschaften wie Löslichkeit, Struktur und Anwendungsbereiche.
| Magnesiumverbindung | Charakteristische Eigenschaften |
| Magnesiumchlorid | Anorganische Verbindung, sehr gut wasserlöslich |
| Magnesiumcitrat | Organische Verbindung, gut bioverfügbar |
| Magnesiumbisglycinat | An eine Aminosäure gebunden, in der Regel gut verträglich |
Verträglichkeit und mögliche Nebenwirkungen
Magnesium gilt allgemein als gut verträglich. Bei einer hohen Zufuhr kann es – unabhängig von der Magnesiumverbindung – zu gastrointestinalen Effekten wie weicherem Stuhl oder Durchfall kommen. Die individuelle Verträglichkeit kann variieren und hängt unter anderem von der aufgenommenen Menge sowie persönlichen Faktoren ab.
Bei gesundheitlichen Beschwerden oder länger anhaltenden Nebenwirkungen sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.
Insgesamt gilt: Die Verträglichkeit von Magnesium ist individuell und sollte stets im Zusammenhang mit der Dosierung betrachtet werden.
Fazit - Überblick zu Magnesiumchlorid
Magnesiumchlorid ist eine vielseitige Magnesiumverbindung mit einem breiten Einsatzspektrum – sowohl in industriellen Anwendungen als auch in Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln. Aufgrund seiner guten Wasserlöslichkeit dient es als praktikable Quelle für Magnesium und lässt sich technisch gut verarbeiten.
Entscheidend ist dabei: Nicht die Verbindung selbst steht im Vordergrund, sondern das Magnesium, das sie bereitstellt. Magnesiumchlorid ist damit eine von mehreren verfügbaren Magnesiumformen, die sich in Eigenschaften wie Löslichkeit, Struktur und Anwendung unterscheiden. Welche Magnesiumverbindung im jeweiligen Kontext sinnvoll ist, hängt von der Gesamtzusammensetzung eines Produkts sowie von individuellen Faktoren ab und lässt sich nicht pauschal festlegen.