Magnesiumoxid ist eine weit verbreitete Magnesiumverbindung, die in unterschiedlichen Bereichen eingesetzt wird. Magnesium zählt zu den essenziellen Mineralstoffen und trägt unter anderem zu einem normalen Energiestoffwechsel sowie zur Funktion von Muskeln und Nervensystem bei.
Da Magnesium in der Natur meist in gebundener Form vorkommt, existieren auch verschiedene Verbindungen in Nahrungsergänzungsmitteln – etwa Magnesiumbisglycinat oder Magnesiummalat. Doch worin unterscheiden sich diese Formen und wann wird Magnesiumoxid eingesetzt?
Grundlegende Informationen findest du im Artikel „Was ist Magnesium?“. In diesem Beitrag erfährst du alles Wichtige zu Eigenschaften, Anwendung und Besonderheiten von Magnesiumoxid.
Was ist Magnesiumoxid?
Magnesiumoxid (MgO) ist eine anorganische Verbindung aus Magnesium und Sauerstoff, die auch als Magnesia bekannt ist. Aufgrund seiner Eigenschaften wird Magnesiumoxid in der Industrie, Lebensmittelverarbeitung und als Nahrungsergänzungsmittel eingesetzt.
Es ist ein weißes hygroskopisches Pulver mit einer hohen Schmelztemperatur von etwa 2.800 °C. In der chemischen Industrie wird es durch das Brennen von Magnesiumcarbonat oder Magnesiumhydroxid hergestellt, was zu einem reinen MgO führt.
Unter der Bezeichnung E 530 wird Magnesiumoxid in der Lebensmittelindustrie als Säureregulator und als Trennmittel eingesetzt. Grund hierfür sind seine chemischen Eigenschaften:
Magnesiumoxid als Säureregulator
Als Säureregulator hilft Magnesiumoxid dabei, den pH-Wert von Lebensmitteln zu kontrollieren. Es reagiert mit Säuren und neutralisiert sie, was zur Stabilisierung des pH-Werts in einem optimalen Bereich führt. Dies ist wichtig für die Erhaltung der Geschmacksqualität, der Farbe und der Textur von Lebensmitteln sowie für die Verlängerung der Haltbarkeit. Durch die Regulierung des Säuregehalts können Hersteller sicherstellen, dass ihre Produkte den gewünschten Geschmack und die gewünschte Qualität über längere Zeiträume beibehalten. Dies ist besonders wichtig in Produkten, die zu einer Säuerung neigen oder bei denen der Säuregehalt die Gesamtqualität des Lebensmittels beeinflussen kann.
Magnesiumoxid als Trennmittel
Magnesiumoxid wird auch als Trennmittel eingesetzt, um zu verhindern, dass pulverförmige oder körnige Lebensmittel zusammenklumpen. Es wirkt, indem es Feuchtigkeit absorbiert und dadurch die Bildung von Klumpen verhindert. Diese Eigenschaft macht es besonders nützlich in Produkten wie Backpulver, Salz, Zucker, Trockenmilchprodukten und Gewürzen, wo es dazu beiträgt, dass die Produkte frei fließend bleiben und sich leicht dosieren lassen. Magnesiumoxid als Trennmittel verbessert die Handhabbarkeit und die Qualität von Lebensmitteln, indem es die Konsistenz der Produkte bewahrt und deren Verarbeitung und Verpackung erleichtert.
Natürliches Vorkommen
In der Natur findet sich Magnesiumoxid in Form des Minerals Periklas. Es ist Bestandteil des Erdmantels und tritt in metamorphen Gesteinen auf. Aufgrund seiner Stabilität bildet MgO einen wesentlichen Bestandteil in der Zusammensetzung von Magnesium-reichen gesteinsbildenden Mineralien.
Absorption und Bioverfügbarkeit von Magnesiumoxid
Die Bioverfügbarkeit von Magnesiumoxid ist im Vergleich zu anderen Magnesiumverbindungen wie Magnesiumcitrat geringer. Das bedeutet, dass der Körper Magnesium aus Magnesiumoxid weniger effizient aufnehmen kann.
Dennoch wird Magnesiumoxid häufig verwendet, da es einen hohen Magnesiumanteil enthält. Bei der Auswahl eines Nahrungsergänzungsmittels sollte die unterschiedliche Aufnahmefähigkeit der jeweiligen Magnesiumverbindung berücksichtigt werden.
Magnesiumoxid: Anwendung als Nahrungsergänzungsmittel
Als Nahrungsergänzungsmittel kann Magnesiumoxid in unterschiedlichen Kontexten angewendet werden. Wir zeigen dir in diesem Artikel die Studienlage und klären auf, für welche Zwecke Magnesiumoxid geeignet ist. Für einen tieferen Einblick in die Funktionen von Magnesium im Körper kannst du in unserem "Was ist Magnesium?" Artikel nachlesen.
Hilft Magnesiumoxid gegen Verstopfung?
Magnesiumoxid wirkt wird häufig im Zusammenhang mit Verstopfung eingesetzt und ist für seine osmotischen Eigenschaften bekannt. Seine Wirkungsweise basiert auf der Fähigkeit, Wasser im Darm zu binden, was zu einer Erhöhung des Wassergehalts im Stuhl führt. Dieser Prozess erleichtert die Darmbewegungen auf mehrere Weisen:
- Wasserbindung: Magnesiumoxid zieht Wasser aus dem umliegenden Gewebe in den Darm. Dies erhöht das Volumen des Darminhalts und stimuliert die Darmwände, was zu einer natürlichen Anregung der Darmtätigkeit führt.
- Erweichung des Stuhls: Durch die Erhöhung des Wassergehalts im Stuhl wird dieser weicher und somit leichter zu passieren. Ein weicherer Stuhl kann die Symptome von Verstopfung lindern und die Ausscheidung erleichtern.
- Anregung der Darmmotilität: Der durch das zusätzliche Wasser vergrößerte Darminhalt dehnt die Darmwände aus und stimuliert dadurch die Peristaltik, also die wellenförmigen Bewegungen des Darms, die den Stuhl durch den Verdauungstrakt bewegen.
Magnesiumoxid wird in diesem Zusammenhang häufig in unterschiedlichen Dosierungen eingesetzt, da die osmotischen Effekte dosisabhängig sein können. Der Wirkungseintritt kann individuell variieren und wird häufig im Bereich von mehreren Stunden bis zu einem Tag beschrieben.
Hilft Magnesiumoxid gegen Sodbrennen?
Magnesiumoxid wird häufig im Zusammenhang mit Sodbrennen eingesetzt und ist für seine säureneutralisierenden Eigenschaften bekannt. Im Magen reagiert es mit überschüssiger Säure und kann so dazu beitragen, typische Beschwerden zu reduzieren. Sodbrennen entsteht, wenn Magensäure in die Speiseröhre gelangt und dort ein brennendes Gefühl hinter dem Brustbein verursacht.
Was dabei im Körper passiert, lässt sich gut nachvollziehen:
Neutralisierung der Magensäure
- Magnesiumoxid reagiert mit der Salzsäure (HCl) im Magen, um Magnesiumchlorid (MgCl2) und Wasser (H2O) zu bilden. Diese Reaktion reduziert die Azidität im Magen und erhöht den pH-Wert, wodurch das Brennen und die Irritation, die durch die Säure verursacht werden, verringert werden.
Zeitnaher Wirkungseintritt
- Durch diese direkte chemische Reaktion wird Magnesiumoxid häufig als schnell reagierend beschrieben. Nach der Einnahme kann es vergleichsweise zügig mit der vorhandenen Magensäure interagieren.
Einordnung im Vergleich zu anderen Antazida
- Im Vergleich zu anderen säureneutralisierenden Substanzen liefert Magnesiumoxid zusätzlich Magnesium. Gleichzeitig sollte die Anwendung – insbesondere bei höherer oder längerfristiger Dosierung – im Hinblick auf die gesamte Magnesiumaufnahme betrachtet werden. Eine Überdosierung von Magnesium könnte zu unerwünschten Effekten führen
Wusstest Du?
Protonenpumpeninhibitoren (PPIs) sind das Mittel der Wahl bei der Refluxkrankheit, also bei Sodbrennen. Sie hemmen die Zellen im Magen, die für die Säureproduktion zuständig sind. In einigen Studien konnte gezeigt werden, dass Menschen mit PPIs häufiger niedrigere Magnesiumspiegel haben. Der genaue Mechanismus ist allerdings noch nicht verstanden, da diese Patienten auch wenig Magnesium über die Nieren ausscheiden.

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Magnesiumoxid und Migräne
Einige Studien untersuchen den Zusammenhang zwischen Magnesium und Migräne. Dabei wird diskutiert, ob eine Supplementierung mit Magnesiumoxid einen Einfluss auf Migräneverläufe haben kann. Magnesium spielt unter anderem eine Rolle bei der Regulation von Neurotransmittern und der Gefäßfunktion, was in diesem Zusammenhang relevant sein könnte.
In einer Studie wurde Magnesiumoxid mit dem Medikament Valproat verglichen. Dabei erhielten 63 Personen über einen Zeitraum von 8 Wochen täglich 500 mg Magnesiumoxid. Die Ergebnisse zeigten vergleichbare Entwicklungen innerhalb der untersuchten Parameter, wobei weitere Forschung notwendig ist, um diese Beobachtungen einzuordnen.
Neben Magnesiumoxid wird auch Magnesiumcitrat in der Forschung im Zusammenhang mit Migräne diskutiert.
Magnesiumoxid vs. Magnesiumcitrat
Während Magnesiumoxid eine geringere Bioverfügbarkeit aufweist, ist es in der Herstellung kostengünstiger als Magnesiumcitrat. Magnesiumcitrat bietet eine höhere Bioverfügbarkeit und wird daher häufig eingesetzt, wenn eine schnelle Verfügbarkeit von Magnesium gewünscht ist. Zudem wird Magnesiumcitrat im Zusammenhang mit Nierensteinen diskutiert.
Nebenwirkungen von Magnesiumoxid
Die Einnahme von Magnesiumoxid kann Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Beschwerden, Übelkeit und Durchfall verursachen. Diese Effekte treten insbesondere bei höheren Dosierungen häufiger auf.
Überdosierung von Magnesiumoxid
Eine hohe Überdosierung von Magnesiumoxid kann zu einer Hypermagnesiämie führen, insbesondere bei Personen mit eingeschränkter Nierenfunktion. Mögliche Symptome sind unter anderem Blutdruckabfall, Atembeschwerden und Herzrhythmusstörungen.
Fazit: Wann ist Magnesiumoxid sinnvoll?
Magnesiumoxid ist eine häufig verwendete Magnesiumverbindung und stellt eine Quelle für Magnesium dar. Trotz seiner geringeren Bioverfügbarkeit im Vergleich zu anderen Verbindungen wie Magnesiumcitrat wird es in unterschiedlichen Anwendungsbereichen eingesetzt.
Insbesondere im Zusammenhang mit Verdauung und säurebedingten Beschwerden wird Magnesiumoxid häufig diskutiert. Bei der Wahl eines Magnesiumsupplements sollten individuelle Faktoren wie Bioverfügbarkeit, mögliche Nebenwirkungen und die persönliche Verträglichkeit berücksichtigt werden.