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Magnesiumcitrat

Magnesiumcitrat

Magnesium ist ein essenzieller Mineralstoff und trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel, einer normalen Muskelfunktion und zur Erhaltung normaler Knochen bei. Da Magnesium in der Natur nur in gebundener Form vorkommt, existieren zahlreiche Verbindungen wie Magnesiumcitrat, Magnesium-Bisglycinat, Magnesium L-Threonat, Magnesiumchlorid oder Magnesiummalat – mit jeweils unterschiedlichen Eigenschaften.

Doch worin liegt die Besonderheit von Magnesiumcitrat? Und wie unterscheidet es sich von anderen Magnesiumformen? In diesem Artikel erfährst du, welche Wirkung Magnesiumcitrat im Körper entfalten kann und wann es sinnvoll eingesetzt wird.

Was ist Magnesium Citrat?

Magnesiumcitrat ist das Magnesiumsalz der Zitronensäure, eine Verbindung, die sowohl in der Medizin als auch als Nahrungsergänzungsmittel verwendet wird. Es wird im Arzneimittelkontext unter anderem als Laxans eingesetzt. Aufgrund seiner guten Bioverfügbarkeit wird es leicht vom Körper aufgenommen und steht als Magnesiumquelle zur Verfügung. Es exisitieren auch verschiedene Schreibweisen für das Molekül. Sowohl Magnesiumcitrat als auch Magnesium Citrat findet man in der Literatur.

Natürliches Vorkommen von Magnesiumcitrat

Magnesium citrat kommt nicht natürlich in nennenswerten Mengen vor.Stattdessen wird es synthetisch hergestellt, z.B. durch die chemische Reaktion von Magnesiumoxid, Magnesiumhydroxid oder Magnesiumcarbonat mit Citronensäure. Durch diesen Prozess wird das Magnesium an die Zitronensäure gebunden und es entsteht Wasser und/oder Kohlenstoffdioxid als Nebenprodukt.

Absorption und Bioverfügbarkeit von Magnesiumcitrat

Die Absorption von Magnesium citrat im menschlichen Körper ist im Vergleich zu anderen Magnesiumverbindungen wie Magnesiumoxid höher. Die verbesserte Löslichkeit in Wasser fördert die Verfügbarkeit von Magnesium für die Aufnahme im Verdauungstrakt.So kann eine Bioverfügbarkeit von bis zu 80% erreicht werden. Zum Vergleich: Magnesiumoxid hat nur eine Verfügbarkeit von ca. 4%.

Wie wirkt Magnesiumcitrat im Körper?

Als Nahrungsergänzungsmittel wird Magnesiumcitrat geschätzt, da es effektiv zur Vorbeugung und Behandlung von Magnesiummangel eingesetzt werden kann. In unserem Übersichtsartikel zu Magnesium haben wir bereits einige der Bereiche beleuchtet, in denen Mg eine Rolle in deinem Körper spielt. Hier zeigen wir dir, welche spezifischen Einsatzgebiete Magnesiumcitrat aufweist.

Magnesiumcitrat bei Migräne

Magnesium und Migräne stehen seit vielen Jahren im Fokus der Forschung. Beobachtungen zeigen, dass bei manchen Menschen mit wiederkehrenden Migräneattacken niedrigere Magnesiumspiegel gemessen wurden. Vor diesem Hintergrund wird Magnesium – und damit auch Magnesiumcitrat als gut verfügbare Magnesiumquelle – wissenschaftlich im Zusammenhang mit der Migräneprophylaxe diskutiert.

Magnesium trägt zu einer normalen Funktion des Nervensystems, zu einer normalen Muskelfunktion und zum Elektrolytgleichgewicht bei. Genau diese Prozesse spielen auch bei der Regulation neuronaler Reizweiterleitung und Gefäßspannung eine Rolle – Mechanismen, die in der Migräneforschung intensiv untersucht werden.

Auch in der Leitlinie zur Therapie der Migräneattacke und Prophylaxe wird Magnesium als Therapieoption genannt. Zwar weist Magnesium eine geringere Wirksamkeit als andere Medikamente auf, dafür ist es deutlich nebenwirkungsärmer.

Magnesiumcitrat und Nierensteine

Auch der Zusammenhang zwischen Magnesium und Nierensteinen wird wissenschaftlich untersucht – insbesondere im Hinblick auf sogenannte Calciumoxalatsteine, die häufigste Form von Nierensteinen. Studien beschäftigen sich mit der Frage, welche Rolle Magnesium im Oxalat-Stoffwechsel spielen könnte.

Magnesium kann im Verdauungstrakt mit Oxalat interagieren. In der Forschung wird diskutiert, ob dadurch die Oxalatverfügbarkeit beeinflusst werden könnte. Ebenso wird untersucht, inwiefern Magnesiumverbindungen Auswirkungen auf das Harnmilieu haben könnten – Faktoren, die im Zusammenhang mit der Entstehung von Calciumoxalatsteinen stehen.

Vor diesem Hintergrund wird Magnesium in wissenschaftlichen Reviews im Kontext der Nierensteinerkrankung betrachtet

Magnesiumcitrat und Gefäßgesundheit - aktueller Forschungsstand

Einer der größten Forschungsgebiete für Magnesium und Longevity,ist die sogenannte ROADMAP-Studie. Diese ist Stand 2024 noch am Laufen und somit sind die Ergebnisse noch nicht publiziert. Die Überlegung dahinter ist, dass Magnesium, zusammen mit Calcium und Phosphat, eine wichtige Rolle bei der Verkalkung von Arterien spielen könnte. Insbesondere wenn dieses Gleichgewicht gestört ist, kommt es zu einer schnelleren Verkalkung von Gefäßen. Die Forscher wollen nun herausfinden, ob die Supplementation mit Magnesiumcitrat mit oder ohne einem zusätzlichem Phosphatbinder die Steifigkeit der Arterien und die Verkalkung verringern kann. Warum die Arteriosklerose so ein wichtiges Thema ist und wie der Prozess dahinter abläuft, erklären wir dir hier:

Was versteht man unter Arteriosklerose?

Die Verkalkung der Arterien, auch als Arteriosklerose bezeichnet, ist ein komplexer Prozess, der zur Ablagerung von Kalziumphosphatkristallen in den Wänden der Blutgefäße führt. Dies kann die Elastizität der Arterien verringern und zu einer Vielzahl von kardiovaskulären Erkrankungen führen, einschließlich Herzinfarkt, Schlaganfall und peripherer arterieller Verschlusskrankheit. Der Prozess der Verkalkung involviert verschiedene Schlüsselmineralien, insbesondere Magnesium, Phosphat und Kalzium, die eine zentrale Rolle in der Pathophysiologie dieser Erkrankung spielen.

Der Prozess der Arterienverkalkung

  • Initiation:Die Verkalkung beginnt oft mitSchäden an der inneren Schichtder Arterienwand, dem Endothel. Diese Schäden können durch verschiedene Faktoren verursacht werden, einschließlich hoher Cholesterinspiegel, hoher Blutdruck, Rauchen und Entzündungen. Mehr darüber in unserem Blutfettwerte-Artikel.
  • Entzündliche Reaktion: Auf die Schädigung folgt eine entzündliche Reaktion, bei der Cholesterin und andere Substanzen in die Arterienwand eingelagert werden und eine Plaque bilden. Kalzium und Phosphate beginnen sich in diesen Plaques anzusammeln, was zu einer weiteren Verhärtung und Verdickung der Arterienwand führt.
  • Progression:Mit der Zeit kann die Plaque wachsen und den Blutfluss durch die Arterie weiter einschränken. Teile der Plaque können abbrechen und Blutgerinnsel verursachen, die den Blutfluss blockieren können.

Rolle von Magnesium, Phosphat und Kalzium

  • Kalzium:Ist ein wesentlicher Bestandteil von Knochen und Zähnen, spielt aber auch eine Schlüsselrolle bei der Verkalkung der Arterien. Kalziumionen lagern sich in den Plaques an, was zur Verhärtung und Verdickung der Arterien beitragen kann.
  • Phosphat: Phosphate bilden zusammen mit Kalzium die Kalziumphosphatkristalle, die in den Plaques gefunden werden. Ein hoher Phosphatspiegel im Blut kann die Verkalkung fördern, indem er die Bildung dieser Kristalle erleichtert.
  • Magnesium: Magnesium wird in der wissenschaftlichen Literatur als physiologischer Gegenspieler von Kalzium beschrieben. In experimentellen und klinischen Untersuchungen wird diskutiert, inwiefern Magnesium an Prozessen beteiligt ist, die mit der Einlagerung von Kalzium in die Gefäßwand zusammenhängen. Zudem ist Magnesium an zahlreichen enzymatischen Reaktionen beteiligt, die auch im Gefäßstoffwechsel eine Rolle spielen. Ein ausgewogener Magnesiumstatus wird daher im Kontext der Gefäßgesundheit wissenschaftlich betrachtet.

Wusstest Du?

Vitamin D3 und Vitamin K2 werden häufig gemeinsam betrachtet, wenn es um einen ausgewogenen Calciumstoffwechsel geht. Vitamin D3 trägt zu einer normalen Aufnahme und Verwertung von Kalzium bei, während Vitamin K zur Erhaltung normaler Knochen beiträgt – beide Vitamine übernehmen damit zentrale Funktionen im Umgang des Körpers mit Kalzium.

Besonders interessant ist ihr Zusammenspiel: Vitamin K ist an der Aktivierung von Proteinen wie dem Matrix-Gla-Protein (MGP) beteiligt, das im Gefäßstoffwechsel untersucht wird. Wie diese Prozesse die Verteilung von Kalzium im Körper beeinflussen, ist Gegenstand aktueller Forschung – insbesondere im Kontext eines regulierten Calciumhaushalts.


Präventive Maßnahmen

Ein ausgewogenes Verhältnis von Kalzium, Phosphat und Magnesium ist ein zentraler Bestandteil eines stabilen Mineralstoffhaushalts. Magnesium trägt zu einem normalen Elektrolytgleichgewicht und zu einer normalen Muskelfunktion bei – Prozesse, die auch für eine funktionierende Gefäßregulation wichtig sind.

Besonders über die Ernährung lässt sich hier viel gestalten: Magnesiumreiche Lebensmittel wie grünes Blattgemüse, Nüsse oder Samen liefern wertvolle Bausteine für den täglichen Bedarf. Ergänzend spielen Faktoren wie stabile Blutfettwerte, ein gesunder Blutdruck und der Verzicht auf Rauchen eine wichtige Rolle für die Herz-Kreislauf-Gesundheit.

Gefäßprozesse entwickeln sich über viele Jahre. Umso wichtiger ist es, früh auf eine ausgewogene Ernährung und einen bewussten Lebensstil zu setzen – als Grundlage für langfristige metabolische Balance.

Formen und Unterschiede von Magnesiumcitrat

Nachdem wir uns nun die Anwendungsgebiete von Magnesium citrat angeschaut haben, kommen wir nochmal zu dem eigentlichen Molekül zurück. Magnesium Citrat ist in verschiedenen Formen erhältlich, darunter Kapseln, Tabletten und Pulver. Die Wahl der Form hängt von persönlichen Präferenzen, Verträglichkeit und Dosierungserfordernissen ab. Pulverformen bieten oft eine flexiblere Dosierung. In Kombination mit anderen Magnesiumformen findest du Mg Citrat auch häufiger in Magnesium Komplexen.

Magnesiumcitrat vs. Magnesiumoxid

Magnesiumcitrat wird im Vergleich zu Magnesiumoxid wegen seinerhöheren Bioverfügbarkeit und besseren Absorption bevorzugt. Magnesiumoxid kann jedoch als kostengünstigere Alternative oder bei Bedarf eines stärkeren abführenden Effekts verwendet werden.

Unterschiede zwischen Tri-Magnesium-Dicitrat und Magnesiumcitrat

  • Magnesiumgehalt:Der Hauptunterschied zwischen Tri-Magnesium-Dicitrat und herkömmlichem Magnesiumcitrat liegt im Magnesiumgehalt.Tri-Magnesium-Dicitrat enthält mehr elementares Magnesium,was es zu einer effizienteren Quelle für diejenigen macht, die ihren Magnesiumspiegel erhöhen möchten.
  • Bioverfügbarkeit: Obwohl beide Formen für ihre gute Bioverfügbarkeit bekannt sind, kann die höhere Magnesiumkonzentration in Tri-Magnesium-Dicitrat zu einer noch effektiveren Absorption führen, besonders wenn eine Person einen signifikanten Magnesiummangel ausgleichen muss.
  • Verwendungszweck und Dosierung: Aufgrund des höheren Magnesiumgehalts in Tri-Magnesium-Dicitrat könnte eine geringere Dosierung erforderlich sein, um die gleiche Menge an elementarem Magnesium wie bei herkömmlichem Magnesiumcitrat zu erreichen. Dies kann bei der Planung von Supplementierungsstrategien besonders nützlich sein. Tri-Magnesium-Dicitrat findest du in unserem Magnesium-Komplex (QNESIUM).

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Nebenwirkungen und Dosierung von Magnesiumcitrat

Mögliche Nebenwirkungen von Magnesiumcitrat umfassen Magen-Darm-Beschwerden, Durchfall und eine abführende Wirkung, besonders bei höheren Dosierungen. Die meisten Nebenwirkungen sind mild und vorübergehend.

Überdosierung von Magnesiumcitrat

Eine Überdosierung von Magnesium (Hypermagnesiämie) ist selten und tritt meistens bei Personen mit eingeschränkter Nierenfunktion auf. Symptome können sein:

  • Niedriger Blutdruck (Hypotonie)
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Durchfall
  • Lethargie oder Müdigkeit
  • Muskel-Schwäche

Optimale Verwendung und Dosierung

Die Wahl der Form von Magnesiumcitrat (ob Kapseln, Pulver oder Tabletten) sollte auf individuellen Bedürfnissen, Präferenzen und der spezifischen gesundheitlichen Zielsetzung basieren. Idealerweise nimmst du Magnesiumcitrat zusammen mit einer Mahlzeit ein, um die Absorption zu optimieren und potenzielle Magen-Darm-Beschwerden zu minimieren. Die Dosierung variiert je nach Alter, Geschlecht und gesundheitlichem Bedarf, wobei die allgemeinen Empfehlungen für die tägliche Magnesiumaufnahmefür Erwachsene zwischen 310 und 420 mg liegen.

Fazit zur Magnesiumcitrat Wirkung

Magnesiumcitrat ist eine gut verfügbare Magnesiumverbindung und wird aufgrund seiner Löslichkeit häufig als Magnesium Supplement eingesetzt. Magnesium trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel, zu einer normalen Muskelfunktion sowie zu einer normalen Funktion des Nervensystems bei – zentrale Prozesse, die für den Körper täglich von Bedeutung sind.

Das Molekül ist schon in mehreren, klinischen Studien untersucht worden und ist Bestandteil der Forschung zu Migräne und Nierensteinen. Spannend in Bezug auf die Longevity ist die Forschung zu Magnesium und Arteriosklerose. Dies wäre ein weiterer Schritt, um die Gesundheitsspanne zu verlängern.

Quellen
  • Afitska, Kseniia et al. “Magnesium citrate supplementation decreased blood pressure and HbA1c in normomagnesemic subjects with metabolic syndrome: a 12-week, placebo-controlled, double-blinded pilot trial.” Magnesium research vol. 34,3 (2021): 130-139. Link
  • Barrett, Hilary et al. “Is Matrix Gla Protein Associated with Vascular Calcification? A Systematic Review.” Nutrients vol. 10,4 415. 27 Mar. 2018, Link
  • Silberstein, Stephen D. “Preventive Migraine Treatment.” Continuum (Minneapolis, Minn.) vol. 21,4 Headache (2015): 973-89. Link
  • “Magnesium Citrate.” Drugs and Lactation Database (LactMed®), National Institute of Child Health and Human Development, 15 January 2024. Link
  • Vermeulen, Emma A et al. “Reversal Of Arterial Disease by modulating Magnesium and Phosphate (ROADMAP-study): rationale and design of a randomized controlled trial assessing the effects of magnesium citrate supplementation and phosphate-binding therapy on arterial stiffness in moderate chronic kidney disease.” Trials vol. 23,1 769. 12 Sep. 2022, Link

Bilder: Die Bilder wurden unter der Lizenz von Canva erworben.

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